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Oder: Wie man seinen eigenen Internetradiosender aufsetzt und von beliebigen anderen Rechnern aus fernsteuert.

MediaMonkey, Icecast und Oddcast

MediaMonkey, Icecast und Oddcast

Will man von anderen Rechnern aus auf seine Musik zugreifen, so kann man sie entweder auf einen (möglicherweise sehr großen) MP3-Player kopieren und mitschleppen oder sie bei bestimmten Diensten (privat) hochladen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von GNUMP3d, das die Musik über einen Stream anbietet, der über eine Webseite gesteuert wird.

Wer lieber die eigene Playersoftware anstatt der (nicht besonders tollen) Weboberfläche von GNUMP3d benutzen will, kann einen eigenen Stream-Server installieren und ihn mit der Musik des eigenen Rechners versorgen. Auf dem eigenen Rechner kann man jeden beliebigen Player nutzen, den man per VNC fernsteuern kann.

Dieser Weg wird im Folgenden beschrieben.

Icecast-Server installieren

Mit einem Icecast-Server kann man sozusagen einen eigenen Internetradiosender erstellen.

Dazu Icecast von icecast.org herunterladen und installieren. Danach muss man die Konfigurationsdatei icecast.xml anpassen. Sie liegt im Programmverzeichnis (üblicherweise: C:\Programme\Icecast2). Eine funktionierende Minimalkonfiguration kann wie folgt aussehen:

<icecast>
	<authentication>
		<source-password>hackme</source-password>
		<relay-password>hackme</relay-password>
		<admin-user>admin</admin-user>
		<admin-password>hackme</admin-password>
	</authentication>
	<listen-socket>
		<port>8000</port>
	</listen-socket>
</icecast>

Wichtig: Die Passwörter anpassen! Evtl. will man auch den Port anpassen, auf dem der Server lauscht.

Oddcast zum füttern des Streams

Der Icecast-Server sollte nun funktionieren. Er braucht allerdings eine Quelle, die ihn mit Musik versorgt. Das kann man sehr schön mit Oddcast machen. Dieses Tool kann den Ton abgreifen, der normalerweise über die Soundkarte ausgegeben wird, und leitet ihn an den Icecast-Server weiter. Das hat den Vorteil, dass man somit praktisch jeden Player nutzen kann und nicht auf bestimmte Player wie Winamp angewiesen ist, wo man dann noch Plugins installieren müsste.

Nachdem Oddcast installiert und gestartet wurde, muss man diesem Tool den Icecast-Server bekannt machen. Dazu unten in der Liste auf Add Encoder ⇒ Rechte Maustaste auf den Eintrag ⇒ Configure. Dort muss an praktisch nur das Passwort anpassen. Der Rest kann erstmal so bleiben.

Um den Icecast-Server nun zu füttern, muss man in Oddcast lediglich die richtige Soundkarte und den richtigen Kanal wählen, unten den richtigen Listeneintrag wählen und auf Connect klicken.

Den Stream anhören

Der Stream ist nun unter http://dein-rechner:8000/stream.ogg erreichbar und mit jedem modernen Player abspielbar. Um sich nicht immer die IP-Adresse des eigenen Rechners merken zu müssen, kann man einen Dienst wie DynDNS nutzen.

Durch die Musiksammlung navigieren

Wirklich reizvoll wird das alles natürlich erst, wenn man auch Lieder überspringen/auswählen kann. Eine einfache Möglichkeit ist es, einen VNC-Server einzurichten. Es gibt viele, leicht zu bedienende Implementierungen — ich nutze UltraVNC. Auch hier wieder wichtig: Ein sicheres Passwort wählen!

Firewall

Um von außen auf den Stream und auf den VNC-Server zuzugreifen, muss an diese Dienste natürlich in der Firewall auf dem Rechner freischalten. Wer einen Router einsetzt, muss zusätzlich die relevanten Ports (Icecast: 8000, VNC: 5900) im Router auf den eigenen Rechner weiterleiten.

Erstellt am 22.01.2008 um 18:05 Uhr von streawkceur.
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(Nicht ganz so kurze) Beschreibung, wie ich meine CDs rippe und nachbearbeite.

Da ich häufiger gefragt werde, wie man idealerweise seine Musik-CDs rippt, werde ich hier kurz (*räusper*) meine Vorgehensweise beschreiben.

Rippen: EAC und Lame

Zum Rippen bevorzuge ich EAC(Exact Audio Copy). Das ist das präziseste Werkzeug zum Rippen von CDs, das ich kenne. EAC liest auch weitgehend problemlos (wenn auch langsamer) kaputte CDs ein.

Lame ist die wohl bekannteste und am aktivsten entwickelte Implementierung eines MP3-Encoders. Obwohl es mittlerweile effizientere und offenere Codecs gibt, ist MP3 (leider) immer noch die beste Wahl zum Encodieren von Musik. Ich habe eine Zeit lang auch ausschließlich nach OGG-Vorbis gerippt, jedoch ist die Unterstützung von Hard- (MP3-Player) und Software (Cover-Art, MP3Gain) bei MP3 wesentlich besser.

Installation

Zunächst EAC herunterladen (.exe-Installer oder .zip-Archiv) und installieren bzw. entpacken.

Dann Lame herunterladen, auspacken und die Dateien lame.exe und lame_enc.dll in das Installations-Verzeichnis kopieren.

Konfiguration (sieht mehr aus als es ist)

EAC-Konfiguration

EAC-Konfiguration

Nachfolgend meine empfohlenen Einstellungen für EAC/Lame (über das Menü in EAC erreichbar):

EAC > EAC-Einstellungen

  • Dateinamen
    • Namensschema: %A – %Y – %C\%A – %C – %N – %T. Damit werden für die Lieder automatisch die "richtigen" Ordner und Dateinamen angelegt. Unter "richtig" verstehe ich hier, dass die Ordner vernünftig alphabetisch sortiert (Künstler – Jahr – Album) werden. Das Jahr ist insbesondere wichtig, wenn man mehrere Alben eines Künstlers hat: "OK Computer" (1997) von Radiohead sollte bei einer "richtigen" Sortierung logischerweise vor "Amnesiac" (2001) erscheinen.
    • Versch. Künstler-Schema: %C – %Y\%C – %N – %A – %T. Dieses Schema wird für Zusammenstellungen/Sampler/Soundtracks etc. benutzt. Also für CDs, auf denen Lieder von unterschiedlichen Künstlern sind.
  • Ordner
    • Benutze diesen Ordner: <Ordner, wo die Lieder abgelegt werden sollen>

EAC > Kompressionseinstellungen

  • Externe Kompression
    • "Benutze Externes Programm" auswählen
    • Parameterübergabe: Benutzerdefinierter Komprimierer (ganz unten)
    • Erweiterung: .mp3
    • Programmpfad: <Pfad zur Lame.exe>
    • Kommandozeilenoptionen: -V 2 --vbr-new --add-id3v2 --pad-id3v2 %s %d. Das komprimiert in etwa mit 190kbit/s VBR joint-stereo. Laut mpex.net ist bei dieser Einstellung kein Unterschied mehr zum Original zu hören.
    • Die Optionen "Bitrate" und "Qualität" im Dialog sind bei dieser manuellen Konfiguration wirkungslos. Ich empfehle aber folgendes zu aktivieren: "Lösche WAV", "Füge ID3 hinzu", "Überprüfe Rückgabewert".

EAC > freedb / Datenbankeinstellungen

  • freedb
    • Eigene E-Mail-Adresse: <foo@bar.com>

Puh, das war's erstmal.

Benutzung

Das Rippen ist jetzt ziemlich einfach:

  • CD einlegen
  • Auf das CD-Symbol (links neben dem Briefkasten) klicken, um die Liedtitel runterzuladen
  • Evtl. Jahr und Genre oben rechts anpassen
  • Links auf den MP3-Button klicken
  • Warten
  • Fertig

Cover-Art (optional)

Album Cover Art Downloader

Album Cover Art Downloader

Wer einen entsprechenden MP3-Player bzw. eine Software hat, kann sich während dem Abspielen eines Liedes das Cover des Albums anzeigen lassen. Das ist kein Muss, aber ein nettes Gimmick.

Um die Covers für die Alben herunterzuladen, gibt's ein nettes Tool namens Album Cover Art Downloader (.exe-Installer). Das Programm durchsucht automatisch Quellen wie z.B. Amazon nach passenden Covers und speichert sie sowohl als Datei als auch in jedem MP3-Tag.

Konfiguration

Eigentlich muss man nicht sonderlich viel konfigurieren. Man sollte aber unter Sources alle Quellen aktivieren und bei Targets nur "Generic", "MP3" und "Windows Media Player" aktivieren.

Benutzung

Um seine Alben mit Covers zu anzureichern öffnet man einfach den Ordner, in denen sich die Alben befinden. Als Ansicht finde ich "sorted into folders" sinnvoll.

Nun klickt man auf ein Album, dann rechts auf "Download Covers" und man zieht das beste Bild auf das Album. Das Cover wird nun in jeder Datei gespeichert. Fertig.

MP3Gain (Optional)

Leider sind die Alben alle unterschiedlich laut aufgenommen. Noch schlimmer ist das bei Einzeltracks. Wenn man die nun in einer Zufallswiedergabe hört, kommt es oft vor, dass das nächste Lied viel leiser ist als das vorherige.

Um, die Lieder (halbwegs) auf eine Lautstärke zu bekommen, gibt es das schöne Tool MP3Gain. Das analysiert die MP3s und passt den Pegel automatisch auf eine Stufe an. Entweder für jeden Track einzeln (Track-Gain) oder pro Album (Album-Gain), sodass die Lautstärkenunterschiede innerhalb eines Albums erhalten bleiben.

Die Anpassung erfolgt direkt im MP3, sie ist also auch auf mobilen MP3-Playern wirksam. Außerdem ist die Anpassung verlustfrei — die Datei wird nicht erneut encodiert!

Noch ein Hinweis: Wenn man die Lautstärke seiner Lieder anpassen will, sollte man das mit der gesamten Musiksammlung machen. Denn die angepassten Lieder werden tendenziell etwas leiser, um Clipping zu vermeiden. Die unangepassten wirken dann im Kontrast sehr laut.

Konfiguration

Auch hier gibt's nicht viel zu konfigurieren. Lediglich über die "richtige" Lautstärke wird viel diskutiert. Ich habe mit 93,0dB gute Erfahrungen gemacht. Das ist noch laut genug für mobile MP3-Player und führt selten zu hörbarem Clipping.

Benutzung

Einfach einen Ordner (mit Unterordnern) öffnen einen "Album-Gain" durchführen. Bei Single-Tracks: Track-Gain.

Zusammenfassung und Ausblick

Ich hoffe, dass die Beschreibung hilfreich ist. Besonders kompliziert ist es jedenfalls alles nicht.

Folgende Tools kann ich auch noch empfehlen, werde sie aber nicht beschreiben, da sie mit dem Ripping-Vorgang nichts zu tun haben:

  • MP3Tag: Sehr gutes Programm, um Tags (auch von OGG/MPC/…-Dateien) bearbeiten zu können.
  • MediaMonkey: Schönes, in der Grundversion kostenloses, Programm zur Verwaltung der Musiksammlung und natürlich auch zum Abspielen.

Viel Spaß mit der Musik wünsche ich!

Erstellt am 20.04.2007 um 15:38 Uhr von streawkceur.
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